Transgender & Partnerinnen
Fragen und Antworten: Beratung von Transgendern & Partnerinnen
Müssen die Partnerinnen bei Problemen in der Beziehung auch zur lösungsorientierten Beratung bereit sein bzw. anwesend sein?
Nein! Unsere lösungsorientierte Beratung kann nur erfolgreich sein, wenn unser Klient freiwillig mit dem eigenen Willen zur Veränderung teilnimmt. Eine Partnerin, die überredet wird, bringt nicht die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Veränderung mit.
In der Regel reichen unsere lösungsorientierte Beratungsgespräche alleine mit dem TG-Partner aus, um erste Veränderungen herbeizuführen. Wenn die Partnerin im Laufe des Prozesses oder nach Abschluss von sich aus das Bedürfnis hat, sich selber beraten zu lassen, steht dem nichts entgegen.
Ist lösungsorientierte Beratung ein Veränderungswunder?
Nein! Unsere lösungsorientierte Beratung ist ein Veränderungsprozess, der zeitlich begrenzt und stark von dem Willen zur Veränderung des Klienten abhängig ist. In der Regel findet ein solcher Prozess über einen mehrwöchigen Zeitraum statt und wird von uns als Berater nicht nur angeregt, sondern auch begleitet. Mit einem Wunder hat das nichts zu tun!
Werden nur T*-spezifische Anliegen beraten?
Nein! Es kann durchaus sein, dass in einem lösungsorientierte Beratungsprozess das Thema T*-Sein, das bisher als Ursache für andere Probleme erkannt wurde, gar kein Thema ist und die Beratung sich auf die anderen Probleme konzentriert. Das ist von dem Prozess abhängig: Welches Anliegen steht im Vordergrund und welches Ziel soll erreicht werden?
Meine Partnerin soll sich ändern, damit es mir gut geht. Wie erreiche ich das?
Gar nicht! Die Partnerin wird sich nicht alleine deshalb ändern, weil der Transgender es möchte oder meint, dass das des Rätsels Lösung ist. Es gibt gute Gründe für das Verhalten der Partnerin, die jedoch im Verborgenen liegen. Die lösungsorientierte Beratung wird auch die Partnerin nicht ändern, sofern sie keinen eigenen Veränderungswillen hat.
Unsere lösungsorientierte Beratung kann jedoch bewirken, dass der Transgender sich ändert und sich dadurch die Situation in der Partnerschaft verändert. Oft entsteht in einer konfliktbelasteten Beziehung eine Kettenreaktion: Der TG verlangt von seiner Partnerin, dass sie sich ändern soll (z.B. ihn akzeptieren, verstehen, ihm Freiräume gewähren), was sie jedoch nicht will. Sie verlangt auch etwas von ihm (z.B. er soll das sein lassen), was er jedoch nicht will. Es entstehen gegenseitige Forderungen und Druck wird aufgebaut (du liebst mich nicht mehr; andere Partnerinnen akzeptieren ihren TG-Partner; ich will nicht, dass du dich mit solchen Leuten triffst etc.). Teilweise wird aus dem Druck eine Erpressung in der Beziehung, die durch gegenseitige Schuldgefühle und Schuldzuweisungen geprägt ist. Dies ist ein niemals endener Kreislauf, da beide Seiten sich mit jeder Forderung immer mehr verhärten. Beide meinen vielleicht, dass sie auch nachgeben, doch der andere nimmt kein Nachgeben wahr, weil einerseits gleichzeitig neue Forderung mit dem kleinen Zugeständnis verbunden sind, oder die Erwartungshaltungen beider Partner total verschieden sind und somit ein Entgegenkommen des anderen gar nicht wahrgenommen wird.
Kann auch eine Partnerin in die lösungsorientierte Beratung kommen, weil sie unter der Situation leidet?
Ja! Wenn sie ihre Situation verändern möchte, ist das genauso möglich. Der TG-Partner muss deshalb selber keine Beratung in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist immer die Freiwilligkeit und der Wille zur eigenen Veränderung des Einzelnen.
Ich weiß nicht, warum ich Frauenkleidung trage und wer oder was ich bin. Kann eine lösungsorientierte Beratung mir helfen, herauszufinden, was mit mir los ist?
Ja! Unsere lösungsorientierte Beratung ist jedoch keine Vermittlung von Kenntnissen. Nach Absprache ist es möglich, dass wir als Berater, die wir über entsprechende Kenntnisse verfügen, auch mal Sachinformationen geben. Grundsätzlich leiten wir unsere Klienten jedoch an, in sich selber nach Antworten bzw. Lösungen zu suchen. Durch gezielte Fragetechniken und psychologische Tools unterstützen wir sie dabei, eigene Ressourcen zu finden und zu aktivieren. Die lösungsorientierte Beratung geht davon aus, dass alle Antworten im Klienten selber zu finden sind.
Kann ich etwas über die Ursache für meine persönliche Situation herausfinden?
Ja! Derzeit gibt es keine medizinischen oder wissenschaftlichen Beweise für die Ursache des Transvestitimusses. In unserer lösungsorientierten Beratung können wir dich jedoch dabei unterstützen, deine ganz persönliche Ursache zu erforschen.
Was kann ich damit anfangen, wenn ich die Ursache für meine persönliche Situation kenne?
Das kommt auf dein ganz persönliches Ziel an. Die Ursache zu kennen, ist nicht zwingend erforderlich, um das Ziel zu erreichen. Oftmals hilft das Erkennen der Ursache jedoch beim Verstehen der eigenen Situation und erleichtert die Zielerreichung, z.B. sich besser anderen gegenüber erklären zu können.
Kann ich das Thema für mich irgendwie los werden?
Ja! Entgegen der allgemeinen Meinung, dass es keine Möglichkeit gibt, dieses Thema "zu besiegen" (oft wird - unserer Meinung nach fälschlicherweise - von "Heilung" gesprochen), sind wir als Berater davon überzeugt, dass es immer einen Weg gibt, auch scheinbar Unveränderbares zu verändern. Es ist eine Frage des eigenen Willens und benötigt oftmals die Unterstützung von außen!