PostHeaderIconMasken & Rollen

Wir sind es gewöhnt, uns an Rollen und Titel zu klammern. Masken des Lebens, die uns selbst definieren. Sie zeigen wie in einem Spiegel ein Bild unseres Selbst. Unser Selbstbildnis ist uns so wichtig, dass wir nie herausfinden, wie wir uns neu definieren können. Unser Ego ist durch unsere Rollen, unsere Masken und Titel bestimmt. Was auch bedeutet, dass neue Rollen, weitere Masken unser Ego verändern, wie auch jede Maske oder Rolle, die wir ablegen oder fallen lassen. Ohne diese Rollen und Masken haben wir das Gefühl, uns zu verlieren, den Verlust unseres Wesens zu spüren. Es ist wie ein „kleines Sterben“, wenn wir Teile verlieren und doch gerade das ist auch die Möglichkeit einer Wiedergeburt.

Im weiteren Text ist eine kleine Zeremonie, ein kleines Ritual, welches uns hilft, die Grenzen zu überwinden, indem wir die Rollen und Masken verbrennen. Durch dieses kleine Loslassen und Befreien werden wir im Anschluss etwas entdecken. Wir sehen und spüren, welche Möglichkeiten in diesen Rollen und Masken stecken, die wir jeden Tag oder zu bestimmten Zeiten spielen und tragen. Achte darauf, im Geiste frei zu bleiben, dich nicht in den Geschichten deiner Rollen und Masken zu ver(w)irren, dich in ihnen zu verfangen. Wir bekommen eine Sicht darauf, was die Rollen und Masken mit uns und ohne uns tun; im Gegensatz dazu, dass wir diese Rollen und Masken sind.

Stückliste:
Kleine Zweige, Papierstreifen (zum Umwickeln der Zweige), Stift, ein Feuer … Mut

Ablauf:
Wenn du jemanden hast, der für dich trommeln kann, ist das eine schöne Sache, ansonsten eine Trommelreise CD einlegen. Es funktioniert auch einfach, indem du den Flammen lauschst und Ruhe einkehrt.

Schau in die Flammen, lass deine Gedanken immer langsamer und leichter werden, lass sie in die Flammen wandern. Was auch immer gerade den Weg an die Oberfläche sucht, lass es einfach in den Flammen vergehen, gib den Gedanken kein Gewicht, gib sie frei. Lass Ruhe einkehren. Das Feuer hat die wunderbare Eigenschaft einen tagträumerischen Zustand zu erzeugen, einen luziden Traum auszulösen, einen Übergang in die Anderswelt zu zeigen.

Schreibe nun (wenn du spürst, dass der Moment gekommen ist) eine Rolle oder Maske, eine Selbstdefinition (mit der du dich identifizierst), einen Titel … etwas das du bist, auf einen eigenen Streifen Papier. Es können viele Rollen sein: Mann, Frau, Kind, Mutter, Vater, Sohn, Freund, Geliebter, Raucher, Angestellter, Chef, Arzt, Ingenieur … . Dies sind die Masken und Rollen, egal wie hoch und wichtig sie auch erscheinen, die dich definieren, festhalten und zurückhalten, neue Wege zu gehen, neue Erfahrungen zu machen. Nimm die Zweige zur Hand und wickle an jeden Zweig einen Papierstreifen. Während du die Rolle oder Maske um den Zweig wickelst, danke ihr aus dem Herzen für das, was du durch sie gelernt hast, und die Kraft, welche sie dir geliehen hat. Danke oder segne den jeweiligen Zweig mit der Papierrolle und lege ihn ins Feuer. Nun betrachte ihn, wie er verbrennt. Dies tust du jetzt Zweig für Zweig, Rolle für Rolle, Maske für Maske mit der Bewusstheit, das du ein heiliges und heilendes Ritual für dich erschaffst. Spüre die Hitze und Glut der verbrennenden Zweige und sei dir sicher, dass du innerlich ruhig bleibst. Stell dir nun vor, wie die Anforderungen und Verhalten, welche diese Rollen und Masken von dir fordern, im reinigenden Feuer zu Rauch aufgehen und zu Asche zerfallen. Wie du von der Rolle oder Maske befreit wirst (dem Teils des Seins als: Mann, Frau, Kind, Vater, Mutter, Sohn, Geliebter, Ehemann, Arbeitnehmers, Raucher … ). Öffne dein Herz weit, um die lehrreichen Gaben dieser Rollen und Masken anzunehmen.

Wisse, dass die Rollen und Masken dich nicht definieren, du sie allerdings aus tiefem innerem Wissen jederzeit spielen und anlegen kannst, wenn sie dir zur Hilfe gereichen.

Porta Westfalica, den 13.02.2011

Kalen