Meine Erfahrungen
Immer wieder habe ich gelesen, dass man nichts gegen seine weiblichen Gefühle machen kann.
"Man muss damit leben."
"Sie wurden einem in die Wiege gelegt."
"Es gibt keine eindeutige wissenschaftliche oder medizinische Erklärung dafür."
"Das ist angeboren."
Die einen nennen es einen Fluch, die anderen nennen es Segen.
In diesem Zusammenhang wird oft von "Heilung" oder "Therapie" gesprochen:
"Das ist nicht heilbar."
"Das kann man nicht (weg)therapieren."
"Dagegen gibt es keine Pillen."
Ich habe das auch jahrelang geglaubt und es auch so meiner Frau erklärt, in der Hoffnung, dass sie es besser akzeptieren kann, wenn sie erkennt, dass man dagegen nichts machen kann.
Heute bin ich nicht mehr zu überzeugt davon, dass man dagegen nichts machen kann.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es
1. eine große Frage des eigenen Willens ist
2. einer zielorientierten Prozessbegleitung bedarf
und
3. der Einklang von Körper, Geist, Seele und Gefühl eine maßgebliche Rolle spielt.
Dabei geht es nicht um "Heilung" oder "Therapie" (im klassischen Sinne), sondern um Selbsterfahrung, Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung.
Der eigene Wille
Ohne den eigenen Willen kann keine Veränderung stattfinden. Wer es nicht wirklich von sich aus will, wird an seiner Situation nichts verändern.
Zielorientierte Prozessbegleitung
Die Unterstützung von erfahrenden Prozessbegleitern ist in der Regel erforderlich,...
... weil wir Menschen meistens in einem unbewussten Muster gefangen sind und es nicht vermögen, dieses Muster ohne Störung von außen zu durchbrechen. Durch dieses gelebte Muster entstehen persönliche Grenzen.
... um unsere eigenen, persönlichen Grenzen überwinden zu können. Es liegt in der Natur des Menschen, dass er sich im Rahmen seiner eigenen Grenzen bewegt und wenn er an sie stößt, einen anderen Weg sucht, anstatt sie zu durchbrechen.
... um nicht gleich beim ersten Widerstand aufzugeben, sondern einen Partner an der Seite zu wissen, der dabei unterstützt, diesen Widerstand als Herausforderung anzunehmen und den Grund dafür zu erkennen und zu bearbeiten.
Einklang von Körper, Geist, Seele und Gefühl
Für diese gegengeschlechtlichen Gefühle gibt es eine gute Absicht. Meistens nehmen wir die winzigen Signale dieser guten Absicht nicht wahr, weil wir in unserer zivilisierten Gesellschaft über Generationen hinweg verlernt haben, auf uns selber Acht zu geben und unsere ureigensten Fähigkeiten zu nutzen.
Wenn Körper, Geist, Seele und Gefühl nicht im Einklang mit einander sind, werden wir nicht zufrieden sein.
Für mich habe ich in den letzten Monaten erkannt, dass bei mir Körper, Geist, Seele und Gefühl nicht im Einklang waren.
Ich habe weibliche Gefühle, die nicht im Einklang mit einem Körper stehen. Also hat mein Geist (Bewusstsein) einen Weg gesucht, wie ich diesen Einklang herstellen konnte. Um meinem Gefühl gerecht zu werden, musste ich meinen Körper entsprechend verändern, z.B. durch Kleidung, Schminke, Haare. Mein Geist kam dann zur Ruhe, wenn er den vermeintlich weiblichen Körper wahrnahm.
Dabei habe ich anscheinend meine Seele vernachlässig, die mir immer wieder durch Bilder (visuelle Assoziationen mit Weiblichkeit, z.B. Frauen, Kleidung, Haare) Signale gesetzt hat. Ich habe sie zwar wahrgenommen, aber nicht richtig gedeutet. Die Seele hat sich einen Weg gesucht, mehr Aufmerksamkeit zu erreichen, z.B. durch das innere Klopfen an meine Schädeldecke (Gefühl) oder durch eine innere Stimme (Geist), was mich daran erinnern sollte, dass meine Seele ihr Ziel noch nicht erreicht hat.
Erst als ich mich auf meine Seele (Unterbewusstsein) konzentriert habe und sie als 4. der 4 Elemente gewertschätzt habe, kam ich zur Ruhe und fand plötzlich heraus, welche gute Absicht sie tatsächlich gehabt hat. Es ging nicht darum, mich gelegentlich und vorübergehend zu dressen oder den kompletten Weg zur Frau zu gehen.
Es ging einfach nur darum, meinen weiblichen Anteil als eine zusätzliche Fähigkeit zu akzeptieren und sie zu nutzen.
Das klingt zu einfach, um wahr zu sein. Es klingt keineswegs wie etwas Besonderes oder wie eine Lösung. Zumindest nicht auf den ersten Blick.
Genauer betrachtet, ist es alles andere als einfach und es ist tatsächlich die Lösung für mich. Andere Menschen mögen zu anderen Ergebnissen kommen.
Meine Erziehung und die Gesellschaft, in der ich lebe und tagtäglich soziale Kontakte pflege, sieht in mir einen Mann und verlangt von mir, dass ich mich wie ein Mann benehme. Es werden den Männern bestimmte Attribute unterstellt: Stärke, Unsensibilität, Familienoberhaupt etc.
Wie wird es wahrgenommen, wenn ich als Mann Schwäche zeige? Wie wird es wahrgenommen, wenn ich sensibel bin? Wie wird es wahrgenommen, wenn ich die Verantwortung der Familie nicht tragen kann, z.B. weil ich nicht der Meistverdienende in der Familie bin?
Nach außen bin ich gezwungen, dass erwartete Bild aufrecht zu erhalten, egal, wie es in mir tatsächlich aussieht.
Wenn ich es nicht schaffe, bekomme ich sofort einen "Stempel" mit Vorurteilen aufgedrückt, z.B. "Weichei". Wer möchte sich schon gerne als "Weichei" bezeichnen lassen.
Meine ganz persönliche Stärke ist es, meinen weiblichen Anteil selbstbewusst und als zusätzliche Fähigkeit zu offenbaren. Niemand nennt mich "Weichei", obwohl ich durch diese Offenbarung eindeutig nicht mehr zu dem klassisch geprägten Weltbild des Mannes gehöre, das immer noch in unseren Köpfen festsitzt.
Ich verfüge über eine weibliche Intuition und diese Intuition ermöglicht es mir, andere Menschen bei ihren Problemlagen zu helfen.
Vielleicht klingt es noch immer viel zu einfach. Doch wer sagt, dass es schwerwiegend sein muss, was unsere Seele uns mitteilen möchte?