PostHeaderIconMeine Reise

 

Meine Reise begann mit meinem 8. Lebensjahr - 1975

Ich habe meine >> Lebensgeschichte << so kurz wie möglich zusammengetragen, um zu zeigen, wie sich bei mir der Transgenderismus entwickelt hat und wie es dazu kam, dass ich heute die Gefühle, die mich jahrelang kontrolliert haben, selber kontrolliere.

Heute weiß ich um die gute Absicht meiner weiblichen Gefühle. Ich habe erfahren, wo sie herkommen und warum sie da sind. Ich habe gelernt, dass ich mich meinem Schicksal, seelisch zwischen den Geschlechtern zu stehen, nicht machtlos ergeben muss, sondern dass ich die Wahl habe, daran etwas zu ändern. Ich verstehe sie, kann sie zulassen und nutzen.

Seit meiner Jugend haben mich diese Gefühle häufig negativ beeinflusst. Sie haben vielseitige Ängste ausgelöst, z.B. dass ich pervers veranlagt sein könnte (so meine Befürchtung in der Pubertät), dass meine Familie, meine Frau, mein Arbeitgeber mich entdecken könnten, dass ich transsexuell werden oder sein könnte und dann den kompletten Weg gehen will, dass ich homosexuelle Neigungen habe, dass diese Gefühle immer dann auftauchen und mich ablenken, wenn ich sie am wenigstens gebrauchen kann, dass sich meine Gedanken fast nur noch um dieses Thema kreisen, dass ich meine Frau verlieren könnte, dass ich alles verliere, was mir wichtig ist...

Natürlich gab es auch positive Aspekte. Das Frau-Sein gab mir ein unbeschreibliche Wohlgefühl und schenkte mir ein paar Stunden Entspannung. Ich habe eine Menge Menschen mit ähnlichen Gefühlen kennen und schätzen gelernt, eine Vielzahl an Büchern gelesen und unzählige (mehr als 300) Gespräche geführt. Ich habe zusammen mit meiner Frau ein Netzwerk für Transgender und Partnerinnen ins Leben gerufen, Events organisiert und den Mitgliedern unterstützende und informativ zur Seite gestanden.

Heute vermisse ich jedoch nichts davon.

Was genau ist passiert?

Während der Coaching-Ausbildung habe ich in der Selbsterfahrung immer wieder mein Thema angebracht. Seit vielen Jahren beschäftigt mich der Wunsch, diese Gefühle einfach abzuschalten, da ich sie nicht wirklich benötige. Sie sind einfach da und ich fühlte mich ihnen machtlos ausgeliefert. Durch unterschiedliche Fragetechniken und fundierte Methoden bemerkte ich im Laufe eines langen Zeitraumes, dass ich nicht mehr von diesen Gefühlen kontrolliert werden wollte. Wenn überhaupt, wollte ich sie kontrollieren, um sie zu  nutzen, wenn ich sie benötige, jedoch mich nicht stören lassen, wenn der Zeitpunkt ungünstig war. Es gab einige unterschiedliche Methoden, mit denen ich meine Gefühle thematisiert habe. Das Ziel war klar: Ich möchte die Gefühle verstehen, beruhigen und kontrollieren.

Gegen Ende der Ausbildung wusste ich noch nichts von dem Ursprung und auch nichts von der guten Absicht und dennoch hatte ich da schon das Gefühl, dass ich deutlich weniger den Leidensdruck verspürte. Es gab ihn noch, doch wenn er auftrat, hatte ich eine Methode gefunden, ihn auch ohne das Dressen zufrieden zu stellen und damit wieder für einen Zeitraum zu beruhigen.

Im Frühjahr diesen Jahres habe ich dann eine andere Methode kennen gelernt, mit der es mir gelang, Zusammenhänge mit den weiblichen Gefühlen herzustellen. Ich erkannte plötzlich die gute Absicht. Mit einer weiteren Methode fand ich den Ursprung dieser Gefühle und durfte lernen, dass ich die Wahl habe. Durch die Erkenntnis wurde mir klar, dass ich mich entscheiden kann. Mein Ziel stand fest: Ich möchte die Gefühle kontrollieren.

Von da an ging alles sehr schnell. Ich entschied mich, die Gefühle dadurch zu kontrollieren, dass ich die Wahl traf, meine weiblichen Gefühle loszulassen. Somit hatte ich die Kontrolle gewonnen, denn ich habe entschieden, sie loszulassen. Wobei "loslassen" nicht für "verdrängt und unterdrückt" steht, sondern dafür, dass ich diese Gefühle symbolisch an einen Ort plaziert habe, wo sie immer bei mir sind und dennoch mich nicht kontrollieren. Sie sind da und sie gehören zu mir. Sie sind und bleiben ein Teil von mir.

Allerdings muss ich diese weiblichen Gefühl nicht mehr durch äußere Merkmal wie Kleidung, Perücke, Schmuck, Schminke, Verhalten etc. zum Ausdruck bringen, sondern ich befinde mich mit meinem Körper, meinem Geist, meiner Seele und meinem Gefühl im vollkommenden Einklang.

Vorher war das nicht so. Der Körper passte nicht zu meiner Seele, meine Seele nicht zu meinem Geist, mein Geist nicht zu meinem Gefühl und mein Gefühl nicht zu meinem Körper.

Und genau das ist meines Erachtens das Geheimnis, warum Transgender und Transsexuelle oft nicht zufrieden mit ihrem Leben sind und häufig im Verborgen ihre gefühlten Bedürfnisse ausleben oder sich für die körperliche Anpassung an ihre Gefühle entscheiden. Der Geist (Bewusstsein, Wille) wird dabei noch berücksichtigt. Die Seele jedoch wird in den meisten Fällen außer Acht gelassen, obwohl gerade sie es ist, die wahrgenommen werden möchte, um im Einklang mit dem Körper, dem Geist und dem Gefühl zu stehen.

Unter >> Meine Erkenntnis << gehe ich den Einklang zwischen Körper, Geist, Seele und Gefühl noch ausführlicher ein.